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Die Pegida Kommentarfunktion

…bei der ARD funktioniert offensichtlich immer noch prächtig. Schade, ich hatte gehofft, die wäre vielleicht mit der IT des „Arbeitsamtes“ ausgefallen. Kann ja noch werden – oder der IS hackt die Tagesschau-Seite. Ob man einen Unterschied merken würde?

Finde eigentlich nur ich, dass PEGIDA nach Pädophilenvereinigung klingt?

Ach je. Da behaupten die armen Mittelklassemännchen in Dresden und anderswo, die einfach keine Ausländer in ihrem sauberen Viertel haben wollen, sich aber nicht trauen das auch so zu artikulieren, mal wieder, man dürfe ja nicht sagen, dass Deutschland sooo toll sei (Tschuldigung, Europa! Also das Europa, das irgendwie christlich ist… und HALT! Aber auch nicht so Osteuropa und so – außer Russland! Weil der Putin ist ja auch geil – darf man ja aber wieder nicht sagen, gell…) und alle anderen sooo doof sind.

Warum muss ich den Dreck dann nur permanent auf allen Kanälen lesen?

Ich träume ja manchmal von einer ordentliche „Lügenpresse“ – die erst mal die unsägliche Kommentarfunktion unter ihren Beiträgen deaktiviert. Denn wenn der Nationale Widerstand da fleißig (und gratis) seinen Scheiss posten kann, dann ists ja leider nicht so weit her mit der ersehnten „Zensur“. Mag ja sein, dass man Idioten (noch) nicht das Maul verbieten sollte, allerdings muss man ihnen ja auch nicht gleich die Mittel in die Hand geben um ihren braunen Dreck gratis und ungestraft in die Botanik zu schleudern. Wenigstens die Server, die ihren Scheiss in die Welt tragen, sollte man sie doch selbst zahlen lassen.

Denn die „Lügenpresse“ wird ja erst zur lügenden Presse, wenn sie die Kommentare der Faschisten unter ihren Artikeln überhaupt zulässt (die natürlich so ideologisch eingefärbt sind, wie eben alles im Kapitalismus – aber das kapieren die Schwachköpfe, die ihre braune Ideologie für „die Wahrheit“ halten ja eh nie – sonst wären sie ja keine Pegida-Deppen).

Und richtig: Ich WILL keine „Streitkultur“ – ich will gefälligst GRABESRUHE in meinem Elfenbeinturm (zumindest bis der Messias kommt – oder die Weltrevolution)!

Demokratie Schtonk! Liberty Schtonk! Free Sprecken Schtonk!

Jaja, schon klar, wer Kommentare durchliest, der ist selbst schuld – niemand, wirklich niemand zwingt einen dazu, sich in der Scheisse zu wälzen. Andererseits üben die Kommentarschreiber bei „Tagesschau.de“ einen morbiden Reiz auf mich aus – es ist wie bei einem schweren Unfall, man weiss, man sollte nicht hinschauen, aber man tut es trotzdem.

Ich will dem geneigten Leser nicht zu viel der Kotze zumuten, welcher er im Gegensatz zu mir selbstverständlich aus dem Weg geht, während ich stets durchwate. Daher soll hier ein Beispiel eines Kommentars reichen um zu umreißen, wie es um den Wahnsinn der Leute bestellt ist. Im Bezug auf die zivilisatorische Leistung den Klerikalfaschisten Mursi aus dem Amt zu jagen merkt „freier_leben“ an:

„Demokratisch gewählter Präsident geputscht

Was will man eigentlich?
Sie haben ihn gewählt. Er war uns nicht sympathisch. Aber müssen wir unter ihm leben? Nein!
Jetzt ist die Lage chaotisch. Es gibt Tote.
Merkel mag auch nicht jeder. Wenn Demokraten nur die Ergebnisse akzeptieren, die ihnen genehm sind, haben sie aufgehört Demokraten zu sein.“

Klar, wer die Mehrheit „des Volkes“ hinter sich wähnt, der ist natürlich Demokrat. So wie Hitler. Oder die Hamas. Und jeder, der den von den Massen geliebten Führer dann beseitigt, um etwa eine Todesfatwa gegen einen missliebigen Journalisten zu verhindern, oder den Massenmord an Unschuldigen, der behindert damit natürlich die Exekution des Volkswillens. Und so wie die Rote Armee sich nie für die Befreiung von Auschwitz bei den Deutschen entschuldigt hat, wird das ägyptische Militär sich vermutlich auch nie bei den Muslimbrüdern dafür entschuldigen, dass es die Errichtung eines klerikalfaschistischen Reiches verhindert hat.

Wie undemokratisch!

Endlich: Zionismus schlimmer als Stalinismus!

Ich sage, neben dem Faschismus gibt es noch fünf andere schlimme Sachen, nämlich:

Falschparken,
Katzeersäufen,
Mohammedmalen,
Tellernichtleeressen
und Vordrängeln an der Schlange vor dem Geldautomaten!

Denn es reicht so langsam nicht mehr aus den Nationalsozialismus durch die blödsinnige Gleichsetzung mit dem Stalinismus zu relativieren – es müssen schwerere Geschütze her! Den Nationalsozialismus mit dem Zionismus gleichzusetzen war eine schlaue Idee von mir, zum einen freuen sich da mal wieder die „Linken“, dass es einer wagt Israel zu kritsieren (das mach ich jeden Tag – ich sehe eigentlich nicht warum das ein Problem sein soll. Naja, Linke eben…), meine neuen Freunde in Ägypten und Tunesien und im Iran fühlen sich wertgeschätzt, und ich komm im Fernsehen.

Und wenn jetzt jemand „Dreyfus“ kräht, dann halte ich mir ganz fest die Ohren zu! Wie damals in der Schule als wir die Evolution durchgenommen haben oder die Trennung von Staat und Moschee.

Und wenn den Menschen dann endlich klar ist, dass der Hitler auch nicht schlimmer war als die Juden (oder sonstwer), dass alles gleich ist und alle gleich sind und jeder Versuch es besser zu machen sinnlos, dann habe ich meine Mission im Sinne des Propheten erfüllt.

Ein deutsches Gedicht aufsagen? Gerne doch!

Das fröhliche Fußballfest, das die Menschen zusammenbringt – wenn sie zur richtigen völkischen Gemeinschaft gehören

Allerdings finde ich die Idee, erst mal ein Gedicht aufsagen zu müssen, um Einlass zu finden eigentlich gar nicht sooo schlecht. Zwar würde ich nicht mal auf höfliches Bitten und einen Getränkegutschein über 1000 € zum „Public Viewing“ gehen (auch nicht dann, wenn ich mir ganz sicher sein könnte, dass Deutschland verliert), aber wenn ich der junge Mann gewesen wäre, dann hätte ich dieses deutsche Gedicht vorgetragen:

Die Schlesischen Weber.

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –

Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,

Wir weben, wir weben!