Ein deutsches Gedicht aufsagen? Gerne doch!

Das fröhliche Fußballfest, das die Menschen zusammenbringt – wenn sie zur richtigen völkischen Gemeinschaft gehören

Allerdings finde ich die Idee, erst mal ein Gedicht aufsagen zu müssen, um Einlass zu finden eigentlich gar nicht sooo schlecht. Zwar würde ich nicht mal auf höfliches Bitten und einen Getränkegutschein über 1000 € zum „Public Viewing“ gehen (auch nicht dann, wenn ich mir ganz sicher sein könnte, dass Deutschland verliert), aber wenn ich der junge Mann gewesen wäre, dann hätte ich dieses deutsche Gedicht vorgetragen:

Die Schlesischen Weber.

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –

Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,

Wir weben, wir weben!