Archiv für Juni 2012

Ein deutsches Gedicht aufsagen? Gerne doch!

Das fröhliche Fußballfest, das die Menschen zusammenbringt – wenn sie zur richtigen völkischen Gemeinschaft gehören

Allerdings finde ich die Idee, erst mal ein Gedicht aufsagen zu müssen, um Einlass zu finden eigentlich gar nicht sooo schlecht. Zwar würde ich nicht mal auf höfliches Bitten und einen Getränkegutschein über 1000 € zum „Public Viewing“ gehen (auch nicht dann, wenn ich mir ganz sicher sein könnte, dass Deutschland verliert), aber wenn ich der junge Mann gewesen wäre, dann hätte ich dieses deutsche Gedicht vorgetragen:

Die Schlesischen Weber.

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt –

Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –

Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,

Wir weben, wir weben!

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Ein wunderschönes Fundstück des Galaktischen Generalanzeigers.

Richard David Precht: Die Elf ist der Führer

Richard David Precht (Bestseller: „Wer bin ich? Keine Ahnung, aber eins ist sicher, sowas wie einen Klassenkampf kenn ich nicht!“) hat ein Interview gegeben. Um Fußball soll es dabei gehen und darüber, dass Frauen diesen angeblich zivilisiert haben. Aber natürlich geht es Richard David Precht nur am Rande um das komische Spiel mit dem Ball, ihm geht es eigentlich um den „Party-Otrismus“. Die Message ist ganz klar: Der deutsche Patriotismus ist heute total okay! So harmlos wie die Loveparade oder ein großes Konzert (von Freiwild). Interessant wird es dann hier:

Interessant ist, dass wir uns ja mit einem Land nicht wirklich identifizieren können. Ich kann mich mit meiner Familie identifizieren, mit meinem Freundeskreis oder auch mit dem Stadtteil, in dem ich lebe. Aber wie soll sich zum Beispiel eine Bäckersfrau aus Ludwigshafen mit einem Professor aus Oldenburg identifizieren? Beide erleben sich nicht als Teil einer Gemeinschaft. Ein Land, gar eine Nation mit über 80 Millionen Menschen, ist eine abstrakte Größe. Damit kann man sich nicht identifizieren, deshalb schlägt der Patriotismus naturgegeben auch immer über die Stränge, wird kitschig und pathetisch. Wenn wir uns aber mit den Spielern auf dem Platz identifizieren, so nehmen wir einen Umweg, um uns mit etwas zu verbinden, was eigentlich zu groß für uns ist. Um im Fachjargon zu sprechen: Die Elf auf dem Rasen sind eine metonymische Verkürzung dessen, was Deutschland ist.“

Genau, Herr Precht, mit sowas GROSSEM wie Deutschland kann man sich nicht identifizieren, da brauchts schon eine Nationalelf. Metonymisch bedeutet dabei, dass der Begriff „Deutschland“ auf die „Nationalelf“ übertragen wird. Also so ähnlich wie damals, als das mit „Deutschland“ und „Hitler“ der Fall war. Da war Adolf Hitler die „metonymische Verkürzung“ dessen, was Deutschland ist.

Du bist Deutschland

Da kommen dann auch wieder die Bäckersfrau aus Ludwigshafen und der Professor aus Oldenburg zusammen. Denn dass die beiden zusammen kommen müssen, steht für Richard David Precht völlig außer Frage – Klassen kennt er nicht und daher muss eben eine „metonymische Verkürzung“ den Professor und die Bäckersfrau zusammenbringen. Deutschland „light“ statt Klassenkampf – Hauptsache Volksgemeinschaft.

Und natürlich ist es da auch völlig unbedenklich wenn deutsche Fußballfans (also „Party-Otren“) in Polen „Schlachtgesänge“ dieser Art gröhlen: „Hurra, hurra, die Deutschen, die sind da“. Oder „Gott mit uns“ Banner entrollen. Denn damit, Herr Precht, machen die Deutschen ja nur folgendes: „Wir (!) arbeiten Frust, Feindseligkeiten und andere angestaute Emotionen beim Fußball-Schauen ab. Das macht die Gesellschaft friedfertiger.“

Zumindest die Gesellschaft (oder besser Gemeinschaft, Herr Precht?) in Deutschland. Für richtige Deutsche. Die gefälligst auch aufstehen, wenn sie Deutsche sind und man es ihnen befiehlt. Ansonsten sollen sie sich natürlich verpissen aus diesem „wunderschönen Land“, egal ob Bäckersfrau oder Professor.

Tagesschau: Meldungen nur Propaganda?

Da hat Torsten Teichmann vom BR aber mal voll ins Schwarze getroffen! Natürlich ist das nur eine perfide Strategie des Judenstaates, wenn der merkwürdigerweise mal was richtig macht. Das kann nur bedeuten, dass dahinter eine noch größere Schweinerei verborgen werden soll. So ist er, der Jud, so wird er bleiben. Im Kopf von Torsten Teichmann und seinen deutschen Volksgenossen.